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Gastroenterologie

Malabsorptionssyndrome: Diagnose

Malabsorptionssyndrome

Definition

Gestörte intestinale Aufnahme von Nahrungsbestandteilen. Die Ursachen können in der Schleimhaut lokalisiert sein (Malabsorptionssyndrom) oder auf einer gestörten Verdauung der Nahrung beruhen (Maldigestion). Objektiver Parameter für beide Formen: Stuhlfettausscheidung von > 5 g/24 Std.

Leitsymptome
  • Gewichtsabnahme
  • Durchfälle
  • Steatorrhoe

Malabsorption

Schleimhauterkrankungen

Nicht infektiös

Infektiös

Herabgesetzte resorbierende Oberfläche

  • Ausgedehnte Dünndarmresektionen
  • Ausschaltungsoperationen
  • enteroenterale oder -kolische Fisteln

Malabsorptionssyndrome ungeklärter Genese

  • Endokrinopathien (Hyperthyreose; M. Addison, Hypoparathyreoidismus u. a.)
  • Karzinoidsyndrom
  • Mastozytose (Mastzelleninfiltration in der Haut, Histaminfreisetzung)
  • Diabetes mellitus (in einigen Fällen)
Diagnostik

(siehe auch Stufenplan: Verdacht auf Malabsorption)

 

Stuhluntersuchungen

  • Inspektion: Fettstuhl – massig, pastenartig, fettig glänzend, Fettaugen oder -schicht auf Toilettenwasser
  • Stuhlgewicht: Malabsorption bei < 150 g/24 Std. Feuchtgewicht unwahrscheinlich, wahrscheinlich bei > 400 g Feuchtgew./24 Std.
  • Quantitative Stuhlfettbestimmung nach van de Kamer
  • Qualitative Untersuchung auf unverdaute Nahrungsbestandteile: Mikroskopischer Nachweis von Fett, Stärke, Muskelfasern – von beschränktem Wert, da häufig falsch positive oder negative Ergebnisse
  • Chymotrypsinbestimmung, alpha1-Elastase. Suchtest für Pankreasfunktion

 

Resorptionstests 

  • Oberer Dünndarm: D-Xylose-Test
  • Ileum: Schilling-Test (Vitamin B12)
  • H2–Atemtest
  • 75SeHCAT-Test

 

Funktionstests (siehe Gastroenterologische Diagnostik, Leberdiagnostik)

  • Pankreasfunktion
  • Pankreolauryl-Test
  • Sekretin-Pankreozymin-Test
  • Leberfunktion

 

Röntgenuntersuchung

  • Nachweis von blinden Schlingen, inneren Fisteln, M. Crohn
  • Ausmaß und Lokalisation von Dünndarmresektionen

 

Biopsie

  • Dünndarmbiopsie bei diffusen Dünndarmerkrankungen und angeborenen Enzymdefekten (histochemischer Nachweis)

Maldigestion

Pankreasinsuffizienz

 

Störung des Gallensäurenmetabolismus

  • Gestörte Bildung oder verminderte Resorption: extrahepatischer Gallenwegsverschluss, intrahepatische Cholestase, schwere Lebererkrankungen, Erkrankungen oder Resektion des terminalen Ileums, Cholezystokolische Fistel
  • Vermehrter Abbau bzw. Dekonjugation durch Bakterien im Dünndarm
  • Syndrom der blinden Schlinge bei Divertikulose, Passageverlangsamung, Stauungen wie Subileus

 

Intramuköse Enzymdefekte des Dünndarms

  • Laktasemangel ("Milchintoleranz")
  • Fructosemangel
  • selten Aminosäurenresorptionsstörungen (Hartnupsche Krankheit, Zystinurie, Methionin-, Tryptophanmalabsorption)

 

Kombinierte Ursachen

  • Magenresektion nach Billroth II:
  • Störung der Koordination von Enzymbildung und Vermischung mit der Nahrung,
  • beschleunigte Passage,
  • blinde Schlinge
Diagnostischer Stufenplan: Verdacht auf Malabsorption

malabsorptionssyndrome

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Letztes Update:5 März, 2009 - 09:34